Ana Luísa Cartaxo, Ana Fernandes-Platzgummer, Carlos A V Rodrigues, Ana M Melo, Katja Tecklenburg, Eva Margreiter, Richard M Day, Cláudia L da Silva, und Joaquim M S Cabral.
Tissue Eng Part C Methods. 2023;29(12):583-595.
Stuhlinkontinenz ist zwar nicht lebensbedrohlich, hat aber große Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Lebensqualität der Patienten. Bislang gibt es sowohl chirurgische als auch nicht-chirurgische Behandlungsmethoden. Diese reichen von einer Umstellung der Ernährung über Darmtraining bis hin zur Stimulation des Sakralnervs, doch keine davon bietet eine langfristige Lösung. Es gibt neue Therapien auf der Grundlage der regenerativen Medizin, die darauf abzielen, den Schließmuskel zu regenerieren und die Kontinenz wiederherzustellen. Diese bestehen in der Regel aus der Verabreichung einer Suspension von expandierten Muskelzellen aus dem Skelett (SkMDC) an die geschädigte Stelle. Diese Strategie führt jedoch häufig zu einer verminderten Lebensfähigkeit der Zellen, da die Zellen von der Expansionsplattform geerntet werden müssen und die verankerungsabhängigen Zellen nicht in einer Zellsuspension eingebracht werden können. In dieser Studie schlagen wir den Nachweis eines Konzepts für die biologische Verarbeitung einer neuen Zellabgabemethode zur Behandlung von Stuhlinkontinenz vor, die durch einen skalierbaren zweistufigen Prozess erreicht wird. Zunächst wurden vom Patienten isolierte SkMDCs mit Hilfe von planaren statischen Kultursystemen expandiert. Zweitens wurden die expandierten SkMDCs mit Hilfe eines PBS-MINI Vertical-Wheel®-Bioreaktors für den Einmalgebrauch mit biokompatiblen und biologisch abbaubaren (d. h. direkt implantierbaren) Poly(milch-co-glykolsäure)-Mikroträgern kombiniert, die durch thermisch induzierte Phasentrennung hergestellt wurden. Dieses Verfahren ermöglichte es, dass SkMDCs mit einer Effizienz von bis zu 80% an den Mikroträgern haften. Wichtig ist, dass die SkMDCs während des gesamten Prozesses lebensfähig waren und ihre myogenen Eigenschaften (z. B. Expression des CD56-Markers) nach der Anhaftung und Kultur auf den Mikroträgern beibehielten. Wurden die SkMDC-haltigen Mikroträger auf einer Kulturschale platziert, konnten die Zellen von den Mikroträgern auf die Kulturoberfläche wandern und sich in mehrkernige Myotubes differenzieren, was ihr Potenzial unterstreicht, den geschädigten Schließmuskel nach der Verabreichung an den Patienten zu regenerieren. Insgesamt wird in dieser Studie eine innovative Methode vorgeschlagen, SkMDCs an biologisch abbaubare Mikroträger zu binden, die eine neue Behandlung für Stuhlinkontinenz bieten kann.
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